Brettchenweben

Ich liebe die “Zeitreise ins Mittelalter” in Eggenburg.
Ganz große Empfehlung, wir versuchen so oft wie irgend möglich dabeizusein!

Die Veranstaltungen in der Römerstadt Carnuntum sind sehens- und erlebenswert, mit unheimlich viel Liebe zum Detail wird hier römisches Leben zelebriert.

Aber so richtig aufblühen kann ich in einem keltischen Umfeld.
Wir haben hier in Österreich viele Keltendörfer, Festivals, Keltentage – unsere Vergangenheit wird hier sehr lebendig.

Mich fasziniert wie vertraut mir gewisse Gerätschaften in den Dörfern sind, vieles davon erinnert mich noch an meine Kindheit,
die Kelten waren uns ähnlicher als uns manchmal bewußt ist.

Hier hatte ich auch meine erste Begegnung mit dem Brettchenweben und die filigranen Bänder faszinierten mich sofort.

Die Brettchen und der Webstuhl dazu wirkten allerdings kompliziert und ich traute mich nicht so recht über die Technik drüber bis ich auf einer Reise mit meinem Twizy im Keltendorf Mitterkirchen selbst Hand anlegen durfte.

Mein erstes Einzugsmuster im Alleingang

Ich hasse Aufschären

Ich hasse Aufschären.
Aus allertiefestem Herzen.
Ich bin ungeschickt, unwillig, bockig und zu blöd dafür.

Ja, das große S/Z auf dem Blatt Papier daneben ist nicht zur Gaudi.
Ich brauch’ das wirklich.

Ja, ich hab’ meine Brettchen in einen Schraubstock gespannt um sie sauber einzufädeln.
Ich hasse Aufschären.

Das Muster beginnt sich zu zeigen

Nach ein bisserl Herumprobieren,
justieren der Sitzposition, Handhaltung und Ähnlichem beginnt sich tatsächlich das erste Muster zu zeigen.

Ich bin begeistert … so etwas Hübsches entsteht auf so einfache Weise bei mir zuhause.
Gut zu sehen ist dass hier das Muster noch viel zu weitgezogen ist,
das mit dem Anschlagen klappt noch nicht so ganz, aber die ersten Schritte sind gemacht.

Sehr hübsch!

Sehr individuelle Führung

Klappt super!
Das Verhältnis der verwebten zu unverwebten Kettfäden ändert sich,
damit natürlich auch die Länge des Bandes – der verwebte Teil wird etwa 20% kürzer als der unverwebte.

Mein superhübsch und perfekt nach Anleitung aufgeschärter Webrahmen wird jetzt kurzerhand sehr individuell umgelenkt,
je nach der aktuellen Gesamtlänge des Bandes hänge ich die Führung auf kreative Weise um.
Sieht ja keiner.

Ein Brustgeschirr samt Leine für Oskar

Oskar beobachtet aufmerksam meine ersten Schritte in der Brettchenweberei

Mein nächstes Projekt war ein sehr einfaches Geschirr für Oskar, den Plüschgeparden auf dass er im Twizy nicht mehr an einer schönen Kordel rumbaumeln müsse sondern stilgerecht sein neues Brustgeschirr präsentieren würde.

Profimäßig machte ich mich an den Entwurf eines Einzugsmusters,
dank Guntram’s Tabletweaving Thingy ging das auch wirklich gut.

Das Aufschären ist weiterhin der mühsamste Teil,
das Weben macht immensen Spaß und das fertige Geschirr kann sich sehen lassen
(und ist weiterhin aktiv im Einsatz).

Ich entdecke die Sulawesi Technik

Zwischenstatus – das Weben macht unglaublichen Spaß!
Bis auf leichte Probleme in der Spannung (die Breite des Bandes variiert) bin ich absolut glücklich mit dem Ergebnis.

Auswahl an gewebten Bändern in unterschiedlichen Techniken

Danach ging’s Schlag auf Schlag,
Einzugsmuster bringen zwar schnell ansehnliche Ergebnisse, aber es gibt ja noch so viel mehr das man lernen könnte!

Weder die DoubleFace Technik noch Sulawesi war mehr vor mir sicher,
ein größerer Webrahmen musste her und die Bändchenproduktion lief auf Hochtouren.