Coco kommt an

Pfeif drauf, im Wohnzimmer schaut’s aus als wären die Hunnen durchgezogen – überall liegen Reste von Fasanenfedern herum, die Kratzpappe wird massiv bearbeitet und die Flankerl fliegen, so kann’s nicht weitergehen.
Die letzten Tage hab’ ich untypischerweise den Besen geschwungen oder den Akkusauger verwendet, aber ich mag hier nicht weiter im Dreck versinken.
Der Staubsauger muss her (die Roboter haben weiterhin Pause).
Ich hätte eigentlich eine absolute Panikreaktion erwartet, einen Rückschlag und Katzen irgendwo im Keller – was ist passiert?
Im Wesentlichen: Nichts.

Coco ging netterweise immerhin zwei Schritte zur Seite damit ich mich leichter tu, der Kleine hat’s überhaupt auf dem Fensterbrett verschlafen. Und danach einen Kaffee und ein iPad um wenigst kurz die Tagesnachrichten zu lesen .. denkste.
So schnell kann ich nicht schauen wird das iPad zur Seite gedrängt und Coco sitzt brettlbreit bei mir auf der Brust, fordert sehr selbstbestimmt eine Wuschelstunde ein und lässt sich fallen.
Ich mein, so richtig. Wie ich’s früher von meinen Katzen kannte.
Fang mich, oder ich fall runter und bin dann drei Wochen beleidigt.
Coco lässt sich ohne Vorwarnung fallen – im echten und anscheinend auch im übertragenen Sinne. Nach der Schmuserei setz’ ich mich zurück an den Laptop und sie ist verschwunden? Bitte nicht wieder unter der Couch, hinter dem Fernseher.
Nein, sie hat den Chefplatz besetzt (der von Haus aus ihr zugedacht war).
Die Muschel am begehrenswertesten Platz im Salon.
Sie lächelt kurz in die Kamera, seufzt tief und schläft jetzt friedlich eingekringelt.
Coco ist angekommen.