24 Stunden ohne Drama
Darminvagination – diesmal bei Merlin

Merlin zog Ende November bei uns ein,
exakt 14 Tage danach hatte er seine erste Operation – Darminvagination.
Nein, bitte nicht – bittebitte nicht dasselbe Drama wie bei Maurice!
Im Unterschied zu Maurice bei dem bereits eine fortgeschrittene Nekrose vorhanden war und 15cm Darm entfernt werden mussten, haben wir’s beim Kleinen im Frühstadium erwischt, der Darm konnte verletzungsfrei auseinandergezogen werden und begann ziemlich bald wieder mit der gewünschten Peristaltik.
Dadurch sind wir natürlich im permanenten Panikmodus – wann auch immer einer der beiden weniger frisst, nicht regelmässig absetzt oder auch nur Anzeichen eines Schluckaufs hat – warten wir noch zu oder fahren wir gleich in die Klinik?
Schlafmangel
Als Maurice seine Operationen hatte, reichte es ein Pflaster drüberzukleben und die Sache war erledigt. Maurice putzte hingebungsvoll um das Pflaster herum, ließ aber den heiklen Bereich in Ruhe.
Wir wussten damals nicht, was das für ein Segen war!
Merlin kam nach der Operation mit einer Halskrause heim – aber so richtig funktionieren konnte das nicht.
Er blieb im Katzenbaum stecken, er fand keine Position um zu schlafen.
Fressen ging damit sowieso nicht – und er ist ein Häppchenfresser, geht hunderte Male am Tag zur Futterstation um sich ein Mäulchen voll zu holen.

Ergo – er bekommt einen Pyjama.
Widerstandslos schlüpft er in den XXS-Pyjama (ohne Dinosaurier!) rein und stapft auch bereits tapfer durch die Wohnung – suuuuper!
Irgendwann höre ich ein komisches, röchelndes Geräusch – Merlin hat sich beim Putzen mit einem Eckzahn im Halsausschnitt des Pyjamas verfangen und erwürgt sich damit!
Ich befreie den Kater und ahne noch nicht, dass das ab sofort zu jeder Tages- und Nachtzeit passieren wird.
Wir schlafen in Etappen
Tagsunter bin ich für den kleinen Deppen verantwortlich,
kaum kommt mein Mann nach Hause schlafe ich komatös wo auch immer ich gerade bin ein.
In der Nacht wechseln wir uns ab .. ein paar Stunden Schlaf für mich, ein paar Stunden Schlaf für dich.
Merlin schläft zwischen uns im Bett, aber verlässlich 5-6 Mal pro Nacht kommt das bekannte Geräusch und wir hüpfen wieder, befreien ihn aus der misslichen Lage.
Wir ziehen das durch bis zur Nahtentfernung – wir waren in unserem Leben noch nie so müde.
Etwas stimmt nicht mit Maurice

Maurice frisst ungeheure Mengen (ja, wir reden hier von bis zu einem Kilogramm Nassfutter am Tag (!!) und nimmt nicht zu.
Die Sonographie ergibt bei Maurice weiterhin vergrösserte Lymphknoten – vor allem die im Bauchraum sind besorgniserregend gross. Die Gallengänge sind auffällig, der Herzschlag verlangsamt, die Liste der betroffenen Organe ist endlos.
Die Blutwerte sind in Ordnung – juhuu?
Im Röntgen zeigt sich ein prall gefüllter Magen, ein um mehr als das doppelte verbreiterter Darm, alles zum Platzen gefüllt. Die letzte Mahlzeit liegt geraume Zeit zurück.
Der Output passt nicht

Einige Tage vor Weihnachten beginnt das nächste Problem: Die Kater haben Dünnpfiff. Beide gleichzeitig, die beiden Damen sind allerdings nicht betroffen.
Wir spulen das altbekannte Programm ab, es zeigt sich allerdings keine Besserung, Maurice verliert Gewicht.
Weihnachten in der Klinik
Anhaltender Durchfall beim Kater, das könnte wieder ein frühes Symptom einer Darmproblematik bei Maurice sein – ergo – wir verbringen Weihnachten mit Maurice und seinen und Merlins Stuhlproben in der Klinik, nach einem eingehenden Schall (nein, der Darm ist soweit in Ordnung – wieder zum Bersten gefüllt, aber er arbeitet) beginnen wir sicherheitshalber bereits mit der Kur vs. Giardien (bzw was auch immer sich die beiden eingefangen haben könnten).
Kurz vor Neujahr kommen die Ergebnisse – die beiden Kater sind sowas von sauber, keine Spur von Parasiten jedweder Art. Und jetzt?
Die ersten fünf Tage der Giardienkur sind abgeschlossen, es kämen jetzt fünf Tage Pause.
In Absprache mit Klinik und Tierärztin führen wir die Kur danach nicht weiter – wozu auch?
Hinternkontrolle nach jedem Klogang
Unsere beiden Kater sind supertoll.
Bei absolut jedem Benutzen der Katzenkisterl machen sie solange auf sich aufmerksam bis ich zur Station kommen, ein Keksi in der einen, die Klopapierrolle in der anderen Hand und die obligatorische Hinternkontrolle mit Putzgang durchführe.
Die Katzen sind sauber,
die Wohnung ist sauber und ich bin so müde wie selten zuvor.
Und jetzt Merlin!

Merlin ist jetzt seit sechs Wochen bei uns.
Seit zwei, drei Tagen kratzt er sich vermehrt an Hals und Kopf, die ersten blutigen Stellen sind sichtbar.
Das kennen wir bereits – 6 Wochen nach seinem Einzug sind bei Maurice exakt dieselben Symptome aufgetreten.
Nahrungsmittelallergie dürfte es nicht sein – auch wenn die Symptome intensivst darauf hindeuten würden, wir haben die Ausschlußdiät natürlich durch unsere Tierärztin begleitet durchgeführt, keine Besserung.
Und nein, weder Läuse noch Flöhe treiben ihr Unwesen.
Wir warten mit dem Kleinen nicht ab und rauschen ehestmöglich mit ihm zur Sonographie,
dort bestätigt sich unsere Befürchtung – Merlin geht denselben Weg wie Maurice, auch bei ihm waren sechs Wochen nach Einzug alle Lymphknoten vergrössert.
Bei beiden Katern ist weiterhin die Temperatur erhöht,
immer knapp unter der Fiebergrenze.
Womit vergiften wir unsere Katzen?
Das fehlende Ergebnis
Letztendlich kommen wir zu keinem Ergebnis, aber es stellt sich die Frage:
Das FIP Medikament
Am 07.01.2026 (in der Graphik dargestellt als die letzte türkise vertikale Linie) erhalten Maurice & Merlin jeweils ihre erste Dosis des FIP Medikaments .

Was auch immer es bewirken mag – nach drei Tagen ist bei beiden Katern eine deutliche Besserung zu merken.
Der weiche Stuhl wird fester und es geschieht ein Wunder:
Maurice wacht auf
Maurice, mein Augenstern, mein Herzibinki, meine ganz große Liebe – Maurice wacht auf.
Monatelang musste ich hilflos zusehen wie Maurice sich zurückzog, weniger spielte, kein Gewicht zulegte oder sogar verlor.
9 Tage nach Beginn der FIP-Behandlung

Am neunten Tag der FIP-Behandlung halten wir wieder Familienrat, Maurice nimmt zwar gewichtsmässig zu, aber ich habe das Gefühl meinen Kater verloren zu haben.
Er lebt zurückgezogen, zeigt sich zwar interessiert am Familienleben, bleibt aber trotzdem distanziert, verhält sich wie ein sehr sehr alter Kater der die Jugend interessiert beobachtet, aber einfach zu müde ist um noch mitzumachen.
Am neunten Tag abends spiele ich wieder mit Merlin als Maurice plötzlich seinen Beobachterposten aufgibt und sich uns anschließt. Zaghaft, zögerlich und nur für kurze Zeit, aber soviel mehr als in den letzten Monaten!
Abends sitzt Maurice plötzlich neben mir auf der Couch. Nein, schmusen und streicheln mag er weiterhin nicht – das war aber nie seines, aber er sucht den Körperkontakt, hat seine Pfote auf meinem Arm.
So wie früher.
Am nächsten Morgen hopst Merlin fröhlich mit einer Plastikspirale ins Bett, ich werfe pflichtgemäß – und Maurice sprintet quer durchs Zimmer, fängt das Spirali und und apportiert es mir in die Hand.
Es sind kleine Schritte, aber alle davon in die richtige Richtung.
Wir sehen einen Hoffnungsschimmer am Horizont.
Merlin riskiert eine dicke Lippe

Den Grund dafür finden wir nicht raus,
das Antibiotikum verträgt er nicht, da sind wir sofort wieder beim anderen Thema Dünnpfiff.
Nach drei Tagen (mit permanenter Fotokontrolle durch unsere Tierärztin) wird’s langsam wieder besser.
Überall liegen Zähne herum

Das ist bei einem Jungkater im entsprechenden Alter keine besondere Überraschung, aber sollten die Zähne nicht mitsamt der Wurzel herumliegen?
Eine kurze Recherche im Internet – abgebrochene Milchzähne bei Jungkatzen sind eigentlich ein Notfall.
Juhuu, unsere Tierärztin sieht uns schon wieder.
Die Jungkater raufen – super!

Nein, das meine ich ernst – sie jagen durch’s Haus, sie rangeln und balgen im Bett, sie liefern eine perfekte Wrestling Show ab, bis einer den anderen im Doppelnelson fixiert hat und ihn dann hingebungsvoll zu putzen beginnt.
Die beiden mögen sich, sehr sogar.
Manchmal weiss der Kleine dann halt nicht wann’s genug ist – und Maurice hat einen Cut über dem Auge der dann natürlich sofort prächtigst anschwillt und wirklich furchterregend aussieht.
Kurze Kontrolle, das Auge ist unverletzt, den Rest erledigt unsere gute altbewährte Augensalbe. Maurice lässt die Behandlung gutmütig über sich ergehen, nach drei Tagen ist alles wieder gut.
72 Stunden ohne Drama
Seit der ersten Dezemberwoche kamen wir nicht zur Ruhe.
Weihnachten fiel aus,
Neujahr war überschattet von Sorgen und Unsicherheit.
Kein Tag ohne Probleme, keine drei Tage ohne Tierarzt und/oder Tierklinik.
Februar ist bereits in Sichtweite und wir haben es endlich geschafft – 72 Stunden ohne Drama.
Keine Ahnung ob wir bereits über den Berg sind und was noch auf uns wartet,
aber heute morgen sind wir das erste Mal aufgewacht ohne “Klodienst” – die Kater haben sich soweit erholt dass kein permanentes Nachreinigen nötig ist.

Ein beinahe schon normaler Tagesablauf
Dazwischen wird gekuschelt, geschmust, geschlafen, gerauft, gespielt, Clickertraining absolviert und Blödsinn gemacht.
Fast schon normal.