Die Katzenschule – Medikamente
Unsere beiden Kater sind kleine Sorgenkinder und brauchen häufig die verschiedensten Arten von Medikamenten:
Genial wäre es doch, wenn die Katzen die Medikamente beinahe schon freiwillig nehmen würden?
In der Katzenschule probieren wir verschiedene Ansätze aus,
lernen gemeinsam mit unseren Katzen ein glückliches und stressfreies Miteinander.
Tablettenverstecke
Die einfache Variante – mit Hühnerherzerl

Zu Beginn haben wir’s mit den üblichen Arten des Versteckens versucht – Hühnerherzerl fein geschnetzelt, eine Tasche hineingeschnitten und die Tablette versteckt.
Das Huhn wurde mit Begeisterung gefressen, die Tablette fein säuberlich rausgefitzelt und ausgespuckt.
Fazit
Eine sehr einfache und schnelle Methode, führt allerdings häufig nicht zum Ziel.
Der raffinierte Versuch – Faschiertes mit Panade
Besonders Bijou war ausgesprochen geschickt darin sämtliche Medikamentenverstecke sofort zu finden und zu umgehen.
Als wir ein ausgesprochen grausig schmeckendes Medikament verabreichen mussten, haben wir uns auf folgende Art beholfen:

Fazit
Sehr efffektiv und wird auch von unserer heikelsten Katze gut angenommen, aber arbeits- und zeitintensiv,
aufwendig in der Planung da immer eine winzige Portion frisches Faschiertes vorrätig sein muss.
Der plumpe Versuch – Leberwurstpastete

Die Tablette auf einem Tupfer Leberwurstpastete drapiert.
Fazit
Ehrlich gesagt – ich hab’ keine Ahnung warum das jemals funktioniert hat.
Hat genau zweimal geklappt, danach nie wieder.
Der Königsweg – Churu

Den beliebten Katzensnack gibt’s ja nicht nur als Schlecki-Snacki aus dem Quetschsackerl sondern auch als Churu Bites zur Minibelohnung für zB Clickertraining.
Und so ganz nebenbei ist es das allerbeste Tablettenversteck das wir bisher ausprobiert haben!
Es gibt zu diesem Thema ja viele Anbieter auf dem Markt
(und wir haben die meisten davon auch ausprobiert),
aber einzig die Churu Fun Bites haben wirklich funktioniert.
Fazit
Einfach genial – der klare Gewinner!
Super einfach in der Anwendung und die Miezekatzen freuen sich bereits auf die nächste Medikamentengabe.
Medikamentengabe direkt
Wie, was jetzt?
Das mit den Tablettenverstecken klappt doch super, brauchen wir wirklich noch eine Methode?
Ja. Brauchen wir.
Ein beliebtes Schmerz- und Entzündungsmedikament wird flüssig in eine Spritze aufgezogen und direkt ins Mäulchen verabreicht.
Und da wär’s doch super, wenn das so nebenbei ohne Drama klappen würde?
Sag “Aaaaaaaaaaaaaaah”!
Nachdem das Clickertraining (dazu später mehr) bei uns bereits ziemlich gut funktioniert, haben wir das Konzept dafür leicht abgewandelt für die Medikamenteneinnahme übernommen.
Meine beiden Helden mögen die Churu Bites wirklich sehr, somit habe ich einfach begonnen, ihnen die Bites wie Medikamente zu verabreichen.
DISCLAIMER
Folgende Übung funktioniert mit unseren beiden sanftmütigen, geduldigen, liebevollen, gelehrigen, ruhigen, uns absolut vertrauenden Maine Coon Katern.
–
Nachmachen auf eigene Gefahr!
Vorbereitungsübung
Kater in der linken Armbeuge rückwärts einparken,
mit der linken Hand den Kopf leicht halten,
mit der rechten Hand die Lippen (des Katers!) seitlich vorsichtig öffnen,
ein Churu Bite hineinschieben und dazu: “Sag Aaaaaaaaaaaaaaaaaaah”.
Nach einigen Momenten der Verwunderung haben die beiden ziemlich schnell kapiert dass das eigentlich Spaß macht und schmeckt und lassen sich die Churus mit Begeisterung auf diese Weise verabreichen.
Wir haben mit dem “Training” am frühen Vormittag begonnen, über den ganzen Tag hinweg immer 2-3 Churus auf diese Weise verabreicht, immer den Vocal Cue dazu geliefert.
Maurice hat in seiner gewohnt souveränen Art das Spiel sehr schnell verstanden und lässt sich die Keksi bereitwillig ins Mäulchen schieben und zeigt sogar erste Ansätze des freiwilligen Öffnens.
Merlin ist da etwas widerspenstiger, am Abend funktioniert zwar das Füttern auf diese Art schon ziemlich gut, aber den Vocal Cue hat er noch nicht verinnerlicht.
Macht nix, wir haben ja reichlich Zeit um das täglich zu üben und das ist definitiv ein lustiges Spiel.
Übung mit Katzensuppe
Nachdem das Geben der Churu Bites mittlerweile super klappt gehen wir heute einen Schritt weiter.
Mit einer Spritze werden einige Milliliter Katzensuppe (die mögen sie wirklich!) aufgezogen, “sag Aaaaaaaaaaaaaah” und ins Katzenmäulchen appliziert.
Die Verwunderung der beiden Kater hält sich in Grenzen,
sie haben ja bereits gelernt (und verfestigt) dass das Spaß macht und schmeckt.
Abwechselnd gebe ich Suppe und Churu Bites,
mit reichlich Pausen dazwischen und wir freuen uns wie ein Schwammerl, dass wir ein neues “Spiel” entdeckt haben.
Der Ernstfall

Merlin braucht sein Schmerzmittel,
wir “üben” ein Churu Bite,
danach ziehe ich die Spritze auf mit dem Medikament, “sag Aaaaaaaaaaaaaaaah”, das Mäulchen öffnet sich bereitwillig und das Medikament ist drin.
Ein Churu Bite als Belohnung hintennach und gut isses.
Wichtig – auch wenn dieser Trick bereits gut klappt, üben wir mit supertollen Belohnungen in unterschiedlicher Größe trotzdem immer weiter,
das Üben zahlt sich aus,
der Tablettengeber ist in Pension,
die Medikamentengabe ist bei uns jetzt ein Klacks.